Wie sieht eigentlich so ein Testmuster aus, die wir ständig erhalten? Habt ihr euch das mal gefragt? Ja? Die Antwort: Manchmal ziemlich merkwürdig. So etwa im Falle von Die Kunst des Mordens: Karten des Schicksals. Wir erhielten einfach einen nicht beschrifteten Rohling. Kein Beipackzettel mit irgendwelchem Public Relations-Kram, kein persönliches Schreiben des zuständigen Mitarbeiters bei, in diesem Falle, City Interactive. Dafür aber zwei Tarot-Karten. Zwei blutverschmierte Tarot-Karten. Mit Kunstblut, versteht sich. Da macht es natürlich klick: City Interactive, zwei blutverschmierte Tarotkarten... das kann ja nur Die Kunst des Mordens: Karten des Schicksals sein. Oder ein verärgerter Fan / Publisher, der dessen Nachricht auf der DVD sich nach zwei Sekunden selbst zerstört. Deshalb auch die Karten. Ihr seht also, als Videospiel-Journalist kann man gefährlich leben. Aber mal Spaß beiseite: Danke für die Tarot-Karten, City Interactive. Ich, respektive wir mögen das. Solche kleinen Gesten zeugen nicht nur von Humor, sondern auch von Kreativität. Gewiss seid ihr nicht die ersten, die uns etwas nettes zum Testmuster dazu packen, dafür aber einer der wenigen, die so etwas tun. Schade nur, dass euer Entwickler-Team nicht mit diesem Witz, mit dieser Kreativität an Die Kunst des Mordens gegangen ist.
Der erste Teil erschien bereits 2008, seitdem hat sich eigentlich nichts getan. Wie auch schon bei den Vorgängern schlüpft ihr in die Rolle der FBI-Agentin Nicole Bonnet, jagt einen verrückten Serienmörder und ärgert euch über ein und die selben Fehler. In Karten des Schicksals möchte Nicole zu Beginn eigentlich Urlaub machen. Verständlich, die ganze Zeit Mord und Todschlag schlagen aufs Gemüt. Einfach mal abhängen, die Seele baumeln lassen. Aber Pustekuchen. Direkt am ersten Urlaubstag erhält sie ein mysteriöses Paket, in dem sich eine alte Glühbirne, ein rostiger Bolzen sowie ein Zeitungsausschnitt befindet. Wäre Nicole Bonnet MacGyver, wüsste sie sicherlich, was zu tun ist. Kombiniere Glühbirne mit Bolzen, rette die Welt. Oder sich selbst. Aber Frau ist eben Frau, weshalb sie relativ flott ihren Namen sowie das Wort Serienmörder rot umkringelt am beiliegenden Zeitungsausschnitt bemerkt. Die Hinweise führen sie in ein schäbiges, altes Kino, wo sie Zeugin eines scheinbaren Unfalls wird. Eine Frau liegt bewusstlos in einem Müllcontainer. Niemand bemerkt sie, die Müllmänner entleeren den Container in die Müllpresse. Den Rest könnt ihr euch sicherlich denken. Das Ganze erinnert ein wenig an die Tatort-Folge „Tod im Häcksler“, falls die zufällig jemand kennt. Jedenfalls war dieser vermeintliche Unfall selbständig keiner, allerdings wirft einer übereifrigen Müllmänner die vom Serienmörder am Tatort hinterlassene Tarot-Karte weg. Die einzige Spur zu ihm? Mitnichten. Denn Nicole soll ihn gar nicht finden. Er findet sie.
Die Hintergrundgeschichte von Die Kunst des Mordens 3 klingt vielversprechend und spannend, verliert nach den ersten Minuten aber bereits rapide an fahrt. Zwar baut die Geschichte darauf auf, dass Nicole versucht, dem Serienmörder immer einen Schritt voraus zu sein, ein spannendes Katz- und Maus-Spiel bekannter Thriller entsteht daraus allerdings nie. Klarer Fall von verschenktem Potential. Wie so häufig eben. Dieser Umstand wäre allerdings zu verschmerzen, wenn Karten des Schicksals wenigstens in den restlichen Bereichen, etwa dem Rätsel-Design oder den Adventure-typischen Dialogen, punkten könnte. Aber auch hier arbeitet City Interactive erneut nach ihrem bereits im ersten Teil eingeführten Schema weiter. Nahezu alle Knobeleien müssen durch Kombinieren verschiedener Gegenstände gelöst werden. Verknüpfe A mit B, platziere es an Ort C. Dass die zu kombinierenden Gegenstände oftmals gar nicht wirklich zusammenpassen, sorgt für Frust und Verwirrung, zumal eine mittlerweile als Standard im Genre eingeführte Hilfe-Funktion fast komplett fehlt. Zwar streut das Spiel hier und da eine kleine Hilfsnachricht ein, oftmals sind diese aber so kryptisch, dass ihr besser beraten seid sie komplett zu ignorieren. Schlimmer noch: Das Spiel verlangt es, die Gegenstände in der richtigen Reihenfolge zu kombinieren. Möchtet ihr etwa Klebeband mit einer Schere verknüpfen, muss zuerst die Schere und erst dann das Klebeband ausgewählt werden. Macht ihr es andersrum, verweigert Ms. FBI-Agentin die Aktion. Kopf. Tisch. Schmerzen. 




















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